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Literatur Automat April 25, 2008

Filed under: gedichte — cf @ 10:01 pm

Der LITERATUR AUTOMAT ist eine Initiative von Art Connection und zakk zur Verbreitung schöner Literatur von Autoren und Autorinnen aus ganz Deutschland.
Standorte: zakk, Fichtenstraße 40, Düssedorf & Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Universitätsstraße 1


         

wie alles nachtgewiegte

entpuppt ein traum

sich

du

ein ich

trotz all des nachtgewiegten

vertraut

 

 

(nach paul celan)

 
 

2006

Filed under: zeichnungen — cf @ 9:58 pm

"bubbles" 15. Mai 2006 

Bubbles_Mai-06-(100).jpg

 
 

Liebeslieder

Filed under: gedichte — cf @ 9:58 pm
 

um uns liegt

von feuchtem film

die nacht benetzt

zwei atemzüge lang

und kurz

beinauf beinab

 

in uns schlägt

mit pfoten weich

ein wildes tier

mit lustgefärbtem blick

nach fleisch

lebt auf ebbt ab

 

und zwischen lachen und

gespielter not

dies liebeslied für uns

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                              

 

kreisel

 

im leeren raum

etwas

tote luft

das gehirn so kahl

denkt denkt du

kreist und

zwischen kaltschwitzenden pausen

dies liebeslied

schwarzes pech weiß

darauf federn

rund um runde augen

das rote tuch du

lässt nicht los

steinalte luft bauscht auf

das hemd aus leinen

gleißendes lachen

irrt lichtlos

 

ein kreisel

gegen wände

ein kreisel

es um dich

ein kreisel ich

in weiß

  
 

 
 

Sofahirsch

Filed under: collagen — cf @ 9:58 pm

Flyer für das "Sofageflüster" im zakk (Düsseldorf) für das Programm März bis Mai 2006

sofahirsch.jpg

 
 

Ausstellung im K22A

Filed under: collagen — cf @ 9:56 pm

Collagen aus der Einzelausstellung im September 2005 im K22A in Düsseldorf  

labor    –     notausgang    –    ohne dich    –    herz    –    hoppla

labor_100.jpgNOTAUSGANG.jpgOHNE_DICH_300.jpgHERZ.jpghoppla-(100).jpg

 
 

mein

Filed under: gedichte — cf @ 9:52 pm

 

 

 

mein

ist der tag

ein jeder

 

mein

ist die nacht

im schlaf

 

mein

dein wort

zu bleiben

 

und nichts

seh ich dir nach

 

 

 

 

 

wie die blumen

die nacht durchstechen

spitzt mein wort sich

dir zum dorn

 

du entzogen

mir inmitten

ich zerstritten

du betrogen

 

sieh mich an geliebter

augenstern im dunkeln

morgen ist

die nacht vorbei

 

 

                    

 

kleine miss

 

braucht dein vater

dich so sehr

dass die mutter

blind verstummt –

 

krieger-

innen

-seele

 

 

 

   

  
 

   

   

 

herz

 

solang du

mich schlägst

lebe ich

noch

 

 

 

 

 
 

Collagen 2004

Filed under: collagen — cf @ 9:52 pm

stella salente    –    die tassen hoch  – le marylin

stella-salente.jpgdie-tassen-hoch-(web).jpgLE_MARYL.jpg

 
 

mein leben

Filed under: gedichte — cf @ 9:51 pm


 

mein leben

kennst du nicht

 

lass es stehen

wie es ist

 

ich bin mein wunsch

 

 

 

 

 

ich würde ja

bleiben

wüsste ich wie

es geht

  

 

 

 

                         

  
   

  
 

 
 

Collagen 2003

Filed under: collagen — cf @ 9:51 pm

guerra    –    stella    –    amore


GUERRA.jpgstella.jpgAMORE.jpg

 
 

… damit diese Seite beschrieben würde …

Filed under: kurzgeschichten — cf @ 9:43 pm


Der Tag an dem sie R kennen lernte, war ein Tag kurz vor Beginn des Frühlings. Sie hatte gerade damit aufgehört, ihren Beruf zu lieben. Sie war Schauspielerin.

Es hatte damit angefangen, dass sie die Rolle der Julia nicht bekam. Die Julia war die erste Rolle gewesen, die sie schon als Kind gelernt und ihrer Mutter bei jeder Gelegenheit und Ungelegenheit aufgesagt hatte. Während die Mutter kochte, tänzelte sie um sie herum. „Hier bin ich, gnäd’ge Mutter! Was beliebt?“

Keine Rolle kannte sie besser als diese. Keine hatte sie in so vielen verschiedenen Variationen probiert. Die Kollegin, der man sie schließlich gab, schien ihr zu gewöhnlich. Abgesehen von ihrem Lächeln. Dieses Lächeln war tatsächlich bezaubernd. Es war kunstvoll aufgesetzt. Wer so ein Lächeln aufsetzen konnte, der hatte alle für sich gewonnen. Ihr hatte man im selben Stück die Rolle der Rosalinde angeboten. Natürlich hatte sie sie ausgeschlagen und von dem Tag an jegliche Leidenschaft für das Spielen verloren. Nur eine wehmütige Liebe blieb.

Einmal wurde sie eingesetzt im Kindertheater, was sie früher strikt verweigert hatte, weil sie Kinder hasste. Jetzt hasste sie diese Kinder nicht mehr. Sie waren ihr gleichgültig, so wie ihr alles andere immer gleichgültiger wurde, was mit ihrem Beruf zu tun hatte. Während der letzten Aufführungen fühlte sie, dass sie krank wurde, und tatsächlich lag sie im Anschluss zwei Wochen lang im Bett.

 

An dem Tag, an dem sie R kennen lernte, war sie schließlich an den Tiefpunkt einer inneren Erschöpfung gelangt und hatte beschlossen aufzugeben, ihren Beruf aufzugeben, der irgendwann einmal ihre große Liebe und Leidenschaft gewesen war. Mit diesem Entschluss hatte sie sich besser gefühlt und war endlich aus dem Bett aufgestanden.

Beim Einkaufen war ihr die Julia über den Weg gelaufen und hatte sie angelächelt. Aus dem Lokalteil der Zeitung und zunehmend auch aus den überregionalen Blättern wusste sie, dass die Julia eine Rolle nach der anderen bekam. Jeder der Kritiker kam früher oder später in seiner Rezension auf ihr längst berühmt gewordenes Lächeln zu sprechen. Mit diesem Lächeln stand die Julia jetzt vor ihr und sah so aus, als wolle sie sie im nächsten Moment umarmen. Zum Glück stand der Einkaufswagen dazwischen.

Die Julia lud sie ein auf eine ihrer Partys, von denen sie sicher schon gehört habe. Sie sagte Ja und schob ihren Wagen schnell weiter. Seit dem Entschluss am Morgen war ihr alles recht.

Abends verbrachte sie wieder Stunden vor dem Spiegel und spürte etwas von der Leidenschaft, die ihr abhanden gekommen war, als sie sich die Lippen und Nägel blutrot malte und den blassen Puder auflegte zu ihrem schwarzen Haar.

Sie kam als eine der letzten. R war der erste, den sie sah. Die Tür der Wohnung stand offen, und sie wären beinahe zusammen gestoßen. Er entschuldigte sich, sie lachte ihn an, und er hielt sie ganz einfach fest. Dann ließ er sie wieder los und ging in eins der Zimmer.

Später setzte er sich zu ihr. Noch später verschwanden sie zusammen im Bad, bis draußen jemand immer lauter und immer ungeduldiger klopfte.

Als sie am nächsten Morgen aufwachte, fand sie sich neben der Julia in deren Bett wieder. Die Julia lag nackt und Arm in Arm mit einem Mann da, halb nur von einem Laken bedeckt. Ihr war übel, und sie wollte aufstehen, aber schon bei der geringsten Bewegung wurde ihr schwindelig. Also beschloss sie liegen zu bleiben und ganz einfach abzuwarten.

Lange schwebte sie zwischen Schlafen und Wachen. Irgendwann war das Bett neben ihr leer. Kurz darauf kam die Julia ins Zimmer und stellte ihr eine Flasche Wasser ans Bett. Danach trat sie nicht wieder auf. Es war später Abend, als sie sich so weit bei Kräften fühlte, dass sie nach Hause gehen konnte.

 

An R hatte sie nicht mehr gedacht, überhaupt hatte sie an nichts gedacht. Als sie zu Hause ihr Band abhörte, war dort eine Nachricht von ihm. Sie glaubte nicht an Begegnungen, die rückwärts verliefen und gleich mit dem Ende begannen. Als sie ihn trotzdem zurückrief, schien er regelrecht verliebt. Sie konnte sich keinen Reim darauf machen, aber es gefiel ihr, und auch er fing an, ihr zu gefallen. Sie trafen sich. Ein paar Mal und dann jeden Tag.

R studierte Medizin im zwölften Semester. Sie fragte nach seiner Ausrichtung, er sagte, sein Vater sei Gynäkologe und wolle ihn in seine Praxis aufnehmen, aber er wisse es selbst noch nicht genau.

Es fing etwas für sie an, das sie schon fast vergessen hatte und das sie an die alte Leidenschaft für ihren Beruf erinnerte. Es hatte mit den Tagen zu tun, die nicht mehr gleichförmig waren, sondern immer neu, in jeder Stunde, jedem Moment. Es gab wieder diese kleinen Wunder, die so lange ausgeblieben waren. Der Geruch der Bäume, die Farben der Wolken. Eine fremde Frau, die sie auf der Straße im Vorbeigehen anlächelte. Ein Kind, das sie grüßte. Einmal schlug sie ein Buch auf und fand einen Satz, der tot war und atmen konnte.

Sie hatte sich lange nicht mehr so gefühlt. Sie hatte dieses Gefühl der Leichtigkeit so lange nicht gekannt, dass sie es vergessen hatte, und es war, als hätte sie einen alten Bekannten wiedergetroffen nach langer Zeit. Manchmal fragte sie sich, ob sie in diesen Bekannten nicht sogar mehr verliebt war als in R, aber dann sagte sie sich, dass es, wie auch immer, R schließlich zugute käme, und dachte nicht weiter darüber nach.

R lernte, und sie grub alte Stücke aus und fing an, Texte zu probieren, die sie immer schon hatte spielen wollen. Sie verbrachte ihre Tage jetzt damit, in ihrer oder seiner Wohnung auf und ab zu laufen und sich die Texte vorzusprechen. Zwischendurch hängte sie sich ans Telefon und erzählte einer ihrer Freundinnen stundenlang von R.

Sie waren regelmäßig auf den Partys der Julia, die immer häufiger stattfanden und immer größer wurden. Manchmal kam es vor, dass sie direkt von einer Julia-Party weiter zur nächsten Party gingen, und dann machten sie den Umweg bei ihr oder ihm vorbei, gelangten manchmal nicht einmal bis ins Schlafzimmer, weil sie schon im Flur aneinander gerieten, zogen sich wenig später schnell wieder an, rückten hastig Haare oder Schminke zurecht und zogen weiter.